Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten Lahmheitsursachen beim Hund. Man unterscheidet zwischen einem vorderen (Kranialen) und einem hinteren (Kaudalen) Kreuzband. In fast allen Fällen ist das vordere Kreuzband betroffen.

Schematische Darstellung

Das vordere Kreuzband zieht von oben-außen nach unten-innen.

Hier ein endoskopisches Bild von einem intakten Kreuzband. Man kann erkennen das das vordere Kreuzband aus zwei Anteilen besteht

Beim Menschen ist der Kreuzbandriss als akute Überlastung (v.a. Fußball; Schisport) bekannt. Beim Hund ist es eher eine chronisch degenerative Gelenkserkrankung, die schlußendlich in einem Riss endet.

Der  Kreuzbandriss kann akut verlaufen. Typisch dabei ist eine Fußung  des Hundes auf der Pfotenspitze. Beim Sitzen bleibt das Bein gestreckt und nach außen gestellt, so dass man die Diagnose schon aufgrund des Lahmheitsbildes vermuten kann. Klarheit bringt dann meist ein Abtasten des Knies. Man kann eine sogenannte „Schublade“ auslösen bzw einen „Tibia Kompressionstest“ durchführen. Bei stark bemuskelten Hunden kann eine Sedation erforderlich sein. Im Röntgenbild findet man eher unspezifische Veränderungen wie einen Gelenkerguss oder auch die Schubladenfehlstellung

Fußung auf Fusspitze

 

Röntgenbild  mit typischen Veränderungen

Hinausgestelltes Bein beim Sitzen

Leider ist es aber nicht immer so leicht, einen Kreuzbandriss zu diagnostizieren. Es gibt den Fall das Band nur allmählich einreisst. Man spricht dann von einem Chronischen Kreuzbandriss. Mit dem Schwinden des Kreuzbandes verdickt sich allmählich die Gelenkkapsel und stabilisiert das Gelenk. Das Auslösen der Schublade gelingt immer weniger. Die Diagnose kann zu einer echten Herausforderung werden. Ein Teil der Kreuzbandriss kommt sogar beidseitig vor, und wird leicht mit Hüft-, oder Rückenmarkserkrankungen verwechselt.

Die Diagnose wird üblicherweise aufgrund der Erfahrung des Untersuchers, oder mit einem MRT oder noch besser mit einer Arthroskopie des Kniegelenks gestellt. Bei letzterer Methode können auch gleich die Kreuzbandreste und abgerissenen Meniskus aus dem Gelenk entfernt werden. Mittlerweile wird die Endoskopische Operation als der Goldstandard betrachtet.

 
 

Das Problem mit den Schmerzen im Knie liegt aber tiefer. Vor allem  der innere (mediale)  Meniskus wird durch die Bewegung beim Laufen in der Schubladenstellung gequetscht und reisst ein. Die Bandreste führen zu einer massiven Entzündung, einer „Osteoartritis“

Jede Kreuzband OP beginnt daher mit einem „Cleaning UP“ also Entfernen der Bandreste und einer Beurteilung und ggf Teilresektion der Menisken.

Schematische Darstellung der beiden Menisken
Typische Verletzungsmuster
MRT Bild Meniskusläsion

Die  Veränderungen am Meniskus sind der Grund für die Lahmheit: Sie dürfen niemals übersehen und müssen operativ versorgt werden. Dabei gilt es, aber immer möglichst viel Meniskus zu erhalten. Am besten kann man das mit einer Mini Arthrotomie oder auch endoskopisch, also minimalinvasiv versorgen.

Diese Verletzungen des Meniskus können auch häufig p.OP auftreten und zu Lahmheiten führen. Dann muss man eine Folge OP durchführen und die Menisken revidieren.