Milben sind bei Reptilien ein sehr häufiges und lästiges Problem. Sie können sehr schnell über Futtertiere eingeschleppt werden und sich rasant ausbreiten. Neben der Beunruhigung der Tiere übertragen sie etliche Krankheitserreger wie Bakterien (Aeromonas spp.) und auch Viren z.B die IBD der Boiden.

Sie schädigen die Haut des Wirtstieres, so dass Dermatiden und Häutungsschwierigkeiten (Dyesectdysis) entstehen können.
(0phyionyssus natricis) bei einer Bartagame

(0phyionyssus natricis, Vergrösserung)

Milben findet man als braune, rote oder schwarze Pünktchen zwischen dern Schuppen oder in der Mundwinkelfalte, Ohr, Knie, Kloakenfalte oder der Achselhöhle. Sie leben aber genauso in der Umgebung im Substrat des Terrariums oder in Dekogegenständen.

Hier sieht man die Milben bei 100-facher Vergrösserung

Häufig findet man die Milben in den Badegefässen der Reptilien ertrunken auf. Reptilien suchen bei Milbenbefall gerne diese Gefässe vermehrt auf, um die Lästlinge loszuwerden.

Neben der Behandlung des Reptils ist daher die Umgebungsbehandlung von herausragender Bedeutung. Neben gründlicher Reinigung des Terrariums hat sich das Verbringen der Einrichtungsgegenstände in den Backofen bei 100 Grad Hitze bewährt.

Einfacher ist die Anwendung der neuen Bolfo-Terrarium-Strips (Wirkstoff Dichlorvos),

von denen einer für 0,25 Raummeter ausreicht. Bei grösseren Terrarin sind mehrere auszubringen. Bolfo wirkt gegen Milben, Zecken und anderes Ungeziefer im Terrarium.

Ältere Präparate wie Ardapspray sind deutlich unverträglicher, Neguvon ist nicht mal mehr im Handel weil extrem toxisch. Todesfälle waren nicht auszuschliessen.

Bolfo wird im Dosierautomaten für 5 Tage ins Terrarium gegeben, 5 Tage Pause und dann wieder 5 Tage. Das Schema ist auf der Verpackung genau erklärt. Allerdings muss man die Tiere für die Behandlungszeit aus dem Terrarium entfernen.

http://www.tiergesundheit.bayervital.de

Bolfo kostet ca 10 Euro/Pk.

Die Tiere selbst behandelt man am besten mit Frontline (Wirkstoff Fipronil)

welches in eine latex-behandschuhte Hand gesprüht wird und dann vorsichtig auf das Reptil aufgetragen wird. Empfindliche Stellen wie Ohr oder Maulfalte kann man mit einem besprühten Q-Tip reinigen. Dabei darf Frontline wegen des Alkoholgehaltes nicht an die Schleimhäute gelangen. Unvertäglichkeiten sollen aber beim Chondropython vorkommen, hier kann man auf Pyrethroide ausweichen. Frontline kostet ca. 16 Euro für 100 ml.